Darreichungsformen

Alle hier erwähnten Cannabisprodukte werden nur nach Vorlage eines gültigen Betäubungsmittel-Rezept abgegeben.

Dronabinol
Dronabinol ist nichts anderes als eine Bezeichnung für THC. Es ist ein in Deutschland seit 1998 verkehrs- und verschreibungsfähiger Wirkstoff.
Mit Inkrafttreten der Verordnungsfähigkeit von Cannabis zulasten der GKV darf Dronabinol als Zubereitung auf einem Betäubungsmittelrezept verordnet werden.
In der Regel erfolgt die Zubereitung als Kapsel oder Tropflösung.

Sativex®
Sativex Spray zur Anwendung in der Mundhöhle enthält pro Sprühstoß 2,7 mg Delta-9-Tetrahydrocannabinol und 2,5 mg Cannabidiol.
Sativex® ist zugelassen zur Symptomverbesserung bei erwachsenen MS- Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Spastik , die nicht angemessen auf eine andere antispastische Arzneimitteltherapie reagieren.

Canemes®
Canemes® enthält mit Nabilon eine vollsynthetische Variante des psychotropen Cannabisinhaltsstoffes Δ9-Tetrahydrocannabinol.
Es handelt sich hierbei um Kapseln, die jeweils 1 mg Nabilon enthalten.#

Canemes® 1-mg-Kapseln sind für die Behandlung von Chemotherapie bedingter Emesis und Nausea bei Krebspatienten indiziert, die auf andere antiemetische Behandlungen nicht adäquat ansprechen.

Medizinische Cannabisblüten
Cannabisblüten sind die blühenden, getrockneten Triebspitzen der weiblichen Cannabispflanze. Die Blütenstände bilden eine stark gestauchte Rispe.
Man unterscheidet zwischen Sativa- lastigen oder Indica- lastigen Blüten, zudem gibt es Züchtungen, bei den beide Arten gekreuzt wurden. Diese haben unterschiedliche Wirkungen und dienen somit unterschiedlichen Therapiezielen.

Sativa-Sorten bewirken einen stimulierenden und energiereichen Effekt.
Richtig dosiert erhöht es die Aufmerksamkeit und wird oft tagsüber eingenommen. Diese Wirkung kommt Patienten mit dem Fatigue- Syndrom zugute.

Indica-Sorten nutzt man im Allgemeinen, um sich zu entspannen.
Indica- Sorten sind geeignet, um Schmerzen, Stress und Angst zu mindern. Ausserdem werden sie häufiger bei Schlafstörungen eingesetzt.

Bei den Kreuzungen – Hybriden, versucht man die positiven Eigenschaften der verschiedenen Sorten miteinander zu kombinieren. Jüngste wissenschaftliche Untersuchungen belegen aber, dass viel wichtiger als die Sorte oder Abstammung,
die Potenz des THCs, CBDs, der Terpene und anderer, noch nicht erforschter Cannabinoide ist.

Bei den medizinischen Blüten liegen die Blütenstände unzerteilt vor. Wenn man sie so beziehen möchte und der Arzt es auch für sinnvoll erachtet, muss dieses auf dem BTM-Rezept explizit vermerkt sein. Es gibt auch Cannabissorten, die granuliert vorliegen.
Die getrockneten Blüten wurden hier, vom Hersteller, auf eine maximale Teilchengröße von 5 mm zerkleinert. Die Zerkleinerung soll helfen, die Dosierbarkeit zu steigern.
Es gibt die Möglichkeit, die Blüten von der Apotheke mahlen zu lassen und sie so geliefert zu bekommen. Aufgrund der unterschiedlichen Wirkstoffkonzentration in einzelnen Blütenteilen wird hinsichtlich der Dosiergenauigkeit empfohlen, Cannabisblüten vor der Anwendung zu zerkleinern und zu sieben.