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Cannabinoide erklärt

Welche Cannabinoide gibt es und was können sie bewirken?

Cannabinoide sind eine Gruppe von chemischen Verbindungen, die in der Cannabis-Pflanze vorkommen. Sie interagieren mit dem Endocannabinoid-System, einem wichtigen Bestandteil des Zentralen Nervensystems. Durch diese Interaktion haben sie vielfältige Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. In diesem Blogbeitrag werden wir uns genauer mit den Cannabinoiden befassen, ihren verschiedenen Arten und ihren potenziellen medizinischen Anwendungen.

Es gibt drei Hauptkategorien von Cannabinoiden: Endocannabinoide, Phytocannabinoide und synthetische Cannabinoide.

Endocannabinoide

Endocannabinoide sind körpereigene Cannabinoide, die im Körper von Menschen und Tieren produziert werden. Es sind Botenstoffe, die über Cannabinoidrezeptoren mit dem Endocannabinoid-System (ECS) in Wechselwirkung treten. Sie interagieren mit den Cannabinoid-Rezeptoren in unserem Körper und beeinflussen so eine Vielzahl von Funktionen im Körper, darunter die Stimmung, Appetit, Schmerzwahrnehmung und das Gedächtnis. Im Gegensatz zu vielen anderen Botenstoffen werden Endocannabinoide nicht im Körper gespeichert. Sie werden bei Bedarf vom Körper durch bestimmte Enzyme gebildet und nachdem sie ihre Wirkung ausgeübt haben abgebaut.

Die beiden wichtigsten Endocannabinoide sind Anandamid und 2-Arachidonoylglycerol (2-AG).

Anandamid wurde nach dem Sanskrit-Wort „Ananda“ benannt, was Glückseligkeit oder Freude bedeutet. Es wird angenommen, dass Anandamid eine Rolle bei der Regulation von Stimmung, Schmerzempfindung und Appetit spielt. 2-AG hingegen ist am häufigsten im Gehirn zu finden und spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung von Entzündungen und Schmerzen.

Die Wirkung von Endocannabinoiden ist vielfältig und komplex. Sie können helfen, Entzündungen zu reduzieren, Schmerzen zu lindern, den Appetit zu regulieren und die Stimmung zu verbessern. Darüber hinaus haben sie auch Einfluss auf das Gedächtnis, die Motorik und die Neuroprotektion.

Die Entdeckung des Endocannabinoid-Systems hat das Verständnis für die Wirkungsweise von Cannabis revolutioniert. Durch die Aktivierung der Cannabinoid-Rezeptoren im Körper kann Cannabis ähnliche Effekte wie die Endocannabinoide hervorrufen und so zur Linderung einer Vielzahl von Beschwerden beitragen.

Synthetische Cannabinoide

Synthetische Cannabinoide sind chemisch hergestellte Verbindungen, die ähnliche Wirkungen wie natürliche Cannabinoide haben. Sie werden oft als Ersatz für Cannabis verwendet (Dronabinol). Der Ursprung dieser Substanzen liegt in der Forschung und Entwicklung von Medikamenten, die auf das Endocannabinoidsystem im Körper abzielen.

Es ist wichtig zu wissen, dass nicht medizinische, synthetische Cannabinoide mit erheblichen Risiken und Nebenwirkungen verbunden sein können. Dazu gehören Herz-Kreislauf-Probleme, Atemwegsprobleme, Übelkeit, Erbrechen und psychische Störungen. Die genauen Auswirkungen können je nach Zusammensetzung und Dosierung der Substanz variieren.
Synthetische Cannabinoide können eine stärkere psychoaktive Wirkung haben als natürliches Cannabis Sie können zu intensiven Rauscherlebnissen führen. Einige Benutzer berichten von Euphorie, Entspannung und gesteigerter Kreativität, während andere negative Effekte wie Angstzustände, Paranoia und Halluzinationen erlebten.

In Deutschland sind viele synthetische Cannabinoide als neue psychoaktive Substanzen (NPS) eingestuft und unterliegen dem Betäubungsmittelgesetz. Der Besitz, Handel und Konsum dieser Substanzen sind illegal.

Phytocannabinoide

Phytocannabinoide sind die natürlichen Cannabinoide, welche in der Hanfpflanze vorkommen. Es wurden bis jetzt mehr als 140 verschiedene entdeckt.  Die beiden bekanntesten Phytocannabinoide sind Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). THC ist für seine psychoaktiven Wirkungen bekannt, während CBD keine rauschauslösenden Effekte hat und für seine entzündungshemmenden und angstlösenden Eigenschaften geschätzt wird.

In der Cannabispflanze liegen die Phytocannabinoide zunächst als Säure vor. Tetrahydrocannabinol (THC) liegt als Tetrahydrocannabinolsäure (THCA) vor. Dieses besitzt keine psychotrope Wirkung. Durch Erhitzung spaltet sich ein Molekül Kohlendioxid ab und es entsteht THC. Dieser Vorgang wird Decarboxylierung genannt und geschieht durch Erhitzen, wie beim Vaporisieren, oder der Extrakt Herstellung.

Neben THC und CBD gibt es noch viele andere Phytocannabinoide, von denen einige ebenfalls potentielle medizinische Wirkungen haben. Wir stellen einige Beispiele für Phytocannabinoide und ihre medizinische Wirkung vor.

Die Wirkung von Cannabis hängt von mehreren Faktoren ab, wie der Dosierung, der Art der Verabreichung (z.B. Rauchen, Verdampfen, Öle) und der individuellen Reaktion des Körpers. Es ist dringend geboten, sich vor der Verwendung von Cannabinoiden für medizinische Zwecke von einem Arzt oder Apotheker beraten zu lassen.

Für weitere Fragen und Informationen stehen wir Euch gerne unter info@apotheke-konstanz.de oder telefonisch 07532/27052 zur Verfügung.

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