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Flavonoide, vielseitige Helfer der Pflanzenwelt

Was sind Flavonoide?

Flavonoide sind eine Gruppe von sekundären Pflanzenstoffen, die in Pflanzen vorkommen, somit auch in Cannabis. Sie sind für die Farbe, den Geschmack und den Geruch von Pflanzen mitverantwortlich und bieten verschiedene pharmakologische Eigenschaften. Diese Moleküle erfüllen jedoch nicht nur ästhetische Zwecke, sondern spielen auch eine entscheidende Rolle im Überlebenskampf der Pflanzen.

UV-Schutz:

Flavonoide dienen als natürlicher Sonnenschutz für Pflanzen. Sie absorbieren UV-Strahlung und schützen somit vor schädlichen Einflüssen der Sonne.

Farbstoffe:

Die bunten Farben von Blumen, Früchten und Gemüse werden oft von Flavonoiden erzeugt. Dies zieht bestäubende Insekten an und fördert somit die Fortpflanzung der Pflanze.

Abwehr gegen Pathogene:

Flavonoide haben antimikrobielle Eigenschaften, die Pflanzen vor schädlichen Bakterien, Viren und Pilzen schützen. Sie stärken die Abwehrkräfte der Pflanze gegenüber Krankheitserregern.

Flavonoide kommen in einer Vielzahl von Pflanzen vor, einige Pflanzen sind besonders reich an diesen sekundären Pflanzenstoffen. Zu den Pflanzen, die besonders viel Flavonoide enthalten, gehören:

  1. Zitrusfrüchte: Orangen, Zitronen, Grapefruits und Limetten sind reich an Flavonoiden wie Hesperidin und Naringenin.
  2. Beeren: Beeren wie Heidelbeeren, Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren enthalten eine Vielzahl von Flavonoiden wie Anthocyane und Quercetin.
  3. Trauben: Trauben enthalten Flavonoide wie Resveratrol, das für seine antioxidativen Eigenschaften bekannt ist.
  4. Grünes Gemüse: Grünkohl, Spinat und Brokkoli sind reich an Flavonoiden wie Kaempferol und Luteolin.
  5. Tee: Grüner Tee und schwarzer Tee enthalten Flavonoide wie Epigallocatechingallat (EGCG) und Theaflavine.
  6. Rotwein: Rotwein enthält Flavonoide wie Quercetin und Resveratrol, die für ihre gesundheitlichen Vorteile bekannt sind.

Diese Pflanzen können eine wichtige Quelle für Flavonoide in der Ernährung sein und dazu beitragen, Entzündungen zu reduzieren, das Immunsystem zu stärken und das Risiko von chronischen Krankheiten zu verringern.

Flavonoide in der Cannabispflanze:

Die exakte Anzahl der Flavonoide in Cannabis ist Gegenstand laufender Forschung, doch es wird angenommen, dass Dutzende dieser Verbindungen vorhanden sind. Zur Vereinfachung werden Cannabis-Flavonoide aufgrund ihrer chemischen Ähnlichkeit in Familiengruppen kategorisiert. Im Folgenden sind die sechs Hauptgruppen von Cannabis-Flavonoiden aufgeführt, wobei jede Gruppe eine Vielzahl individueller Verbindungen umfassen kann.

Hauptgruppen der Cannabis- Flavonoide

Flavonoide: Diese Verbindungen haben antioxidative, entzündungshemmende und antivirale Eigenschaften. Sie können das Immunsystem stärken, das Herz-Kreislauf-System schützen und das Risiko von Krebserkrankungen reduzieren.

Flavone: Flavone sind eine Untergruppe der Flavonoide und haben ähnliche gesundheitliche Vorteile wie ihre Verwandten. Sie können entzündungshemmend wirken und das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren.

Anthoxanthine: Diese Verbindungen sind farblos oder blassgelb und kommen in vielen Pflanzen vor. Sie haben antioxidative Eigenschaften und können zur Gesundheit des Herzens beitragen.

Flavanone: Flavanone sind eine weitere Untergruppe der Flavonoide mit starken antioxidativen Eigenschaften. Sie können Entzündungen reduzieren und das Immunsystem stärken.

Isoflavonoide: Diese Verbindungen kommen hauptsächlich in Hülsenfrüchten vor und haben östrogenähnliche Wirkungen im Körper. Sie können bei hormonellen Ungleichgewichten helfen und das Risiko von Brustkrebs reduzieren.

Chalkone: Chalkone sind eine Gruppe von Verbindungen, die in vielen Pflanzen vorkommen. Sie haben entzündungshemmende Eigenschaften und können bei der Behandlung von Entzündungskrankheiten nützlich sein.

Anthocyane: Diese Verbindungen sind für die rote, blaue oder violette Farbe vieler Früchte und Gemüse verantwortlich. Sie haben starke antioxidative Eigenschaften und können zur Gesundheit des Gehirns, des Herzens und der Haut beitragen.

Beispiele für Flavonoide, und ihre potentielle Wirkung

  1. Quercetin: Entzündungshemmend, antioxidativ, immunstärkend
  2. Kaempferol: Entzündungshemmend, kardioprotektiv, antikarzinogen
  3. Apigenin: Beruhigend, angstlösend, entzündungshemmend
  4. Luteolin: Antioxidativ, entzündungshemmend, neuroprotektiv
  5. Rutin: Gefäßschützend, antioxidativ, entzündungshemmend
  6. Cannflavin A: Entzündungshemmend, schmerzlindernd
  7. Orientin: Antioxidativ, entzündungshemmend, neuroprotektiv
  8. Vitexin: Beruhigend, angstlösend, entzündungshemmend
  9. Isorhamnetin: Antioxidativ, entzündungshemmend, kardioprotektiv
  10. Myricetin: Antioxidativ, entzündungshemmend, neuroprotektiv

Zusammenfassung möglicher medizinischer Eigenschaften von Flavonoiden:

Antioxidative Wirkung: Flavonoide wirken als starke Antioxidantien, indem sie freie Radikale neutralisieren und somit Zellschäden vorbeugen.

Entzündungshemmende Effekte: Einige Flavonoide können entzündungshemmende Eigenschaften besitzen, was sie potenziell als Unterstützung bei entzündlichen Erkrankungen macht.

Antivirale Aktivität: Die Forschung deutet darauf hin, dass bestimmte Flavonoide antivirale Eigenschaften aufweisen könnten, was ihre Rolle in der viralen Infektionsprävention untersucht.

Kardiovaskuläre Gesundheit: Einige Flavonoide, insbesondere in bestimmten Früchten und Gemüsesorten, werden mit positiven Effekten auf das Herz-Kreislauf-System in Verbindung gebracht.

Krebsprävention: Es gibt Hinweise darauf, dass Flavonoide potenziell krebshemmende Eigenschaften haben könnten, indem sie die Bildung von Krebszellen beeinflussen.

In der Cannabispflanze können diese verschiedenen Flavonoide dazu beitragen, die Wirkung der Cannabinoide und Terpene zu beeinflussen (Entourage- Effekt). Es sind aber noch weitere Studien und Untersuchungen nötig, um die Wirkungsmechanismen von Flavonoiden zu verstehen.

Für weitere Fragen und Informationen zum Thema Cannabis als Medizin stehen wir Euch gerne unter info@apotheke-konstanz.de oder telefonisch 07532/27052 zur Verfügung.

Quellen und weiterführende Literatur:

Mutha, R.E., Tatiya, A.U. & Surana, S.J. Flavonoids as natural phenolic compounds and their role in therapeutics: an overview. Futur J Pharm Sci 7, 25 (2021). https://doi.org/10.1186/s43094-020-00161-8

Habermehl G., Hammann P.E., Krebs H.C. (2002) Flavonoide. In: Naturstoffchemie. Springer-Lehrbuch. Springer, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-662-08928-6_8

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Bilder:

Foto 1 von Glen Carrie auf Unsplash, Foto 2 von Esteban López auf Unsplash

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